Sunday, September 28, 2008

Mid-semester Break Teil II

Endlich ist es soweit, die Geschichte geht weiter ;-)

Nach unserem ersten Ausflug in den Norden ging es am Samstag in die entgegengesetzte Richtung. Erstes Ziel war Taupo, am Lake Taupo gelegen. Ein großer, schöner See mit einem wunderbaren Blick auf die hohen Berge im Hintergrund. Mit dem perfekten Blick auf die weißen Gipfel gings morgens nach einer ersten Nacht am See ans kurze Frühstück, um vormittags Taupo zu erkunden und das gute Wetter zu genießen (wovon wir insgesamt recht wenig hatten).

Nach dem Spaziergang durch ein etwas verschlafenes Taupo, gings ein paar Kilometer südlich zu den Huka Falls ("Schaumfälle), die ihrem Namen wirklich mehr als gerecht werden. Beeindruckend, wie schnell und laut das Ganze dort abging, von einer Brücke aus hatte man einen wirklich tollen Blick. Um die Gegend ein bisschen zu erkunden, ging es auf einen kurzen Track, leider "one-way" also mussten wir auf der Hälfte umkehren. Insgesamt sehr schön, ein enger Pfad, den auch Mountainbiker benutzen durften. Tja, und mit genau so einem machte ich dann die erste schlechte Erfahrung auf unserem Trip.










Mütze und darauf die Sonnenbrille gesetzt...klingt doof, ist es auch. Irgendwann fiel mir auf, dass die Brille nicht mehr am gewohnten Ort war. Naja, das merkte ich erst, als uns ein Mountainbiker passierte, dessen Sonnenbrille exakt wie meine aussah. Wahrscheinlich war es auch genau diese. Der Kerl sah sie auf dem Boden liegen und dachte sich:"Heute ist mein Glückstag." Naja, dreist aber was soll man machen, selbst Schuld :-(

Da mein Kollege aber doppelt gut ausgestattet ist, war das aber kein Problem. Abends dann das erste Essen selbst gekocht, Nudeln und Tomatensoße mit Thunfisch. Nur die Mücken störten ein Wenig, die gibts hier am See mehr als reichlich. Mit nem Bier dann ab in den Van und gute Nacht !!!

Sonntag gings dann über die Berge nach Napier, enge Straße und viel Verkehr, was zu langen Kolonnen führt. Eine beeindruckende Landschaft bis kurz vor Napier folge eine sehr flache, für Neuseeland fast untypische Ebene direkt vor der Stadt. Die Geschichte dazu ist mehr als bemerkenswert:
1931 von einem Erdbeben erschüttert, wurde Napier dabei komplett zerstört. Die Stadt wurde im damaligen besonders hippen Art-Déco Stil der 30er Jahre wieder erbaut, was eine besonders unter architektonischen Gesichtspunkten reizvolle Stadt entstehen ließ. Aber nicht nur das, nein, das Erdbeben hatte für die Umgebung besondere Folgen. Durch die Erschütterung wurde der Boden um mehrere Meter angehoben, was ein großes Gebiet neuen Landes um Napier herum entstehen ließ und aus der Insel einen quasi vorgelagerten Berg machte. Interessant dabei ist, dass im Zuge der Einwanderung von Europäern in die Gegend der Weinbau den Obstanbau ablöste, was auf den fruchtigen Flächen besonders gut funktionierte. Im Gegensatz zu den deutschen Anbaugebieten sind die "Vineyards" hier nicht am Hang gelegen sondern flach. Tja, wie sich ein Erdbeben doch als quasi etwas Positives am Ende herausstellen kann, sieht man mal von den vielen Toten damals ab...

Angekommen in Napier wurde gleich das erste I-Site Center geentert, quasi die Touristeninformation. Als Ergebnis stand ein Trip in den Süden, Richtung Hastings, quasi die Nachbarstadt und von dort in den TeMata-Park zum TeMata Track. Leider mehr als diesig mit dichtem Nebel überzogen bot sich von der Spitze quasi ne Null-Sicht. Der Track war dann jedoch echt beeindruckend, es ging die meiste Zeit an steilen Hängen und Schafsherden vorbei bergab und später durch leichten Wald wieder bergrauf, das Ganze bei Regen und Wind. Schön wars trotzdem, wir sind mehr als gut ausgestattet.
Abends in Napier gabs dann Wok-u-want, kleiner Tipp ausm "Lonely Planet", dem wirklich sehr empfehlenswerten Reiseführer unseres Vertrauens ;-). Riesen Schüssel mit Reis und allem, was man will + Getränk + Reis und das noch wirklich günstig. Damit aber noch nicht genug, den Abschluss bildete ein Ausflug in die nahegelegene Therme am Strand. Draußen im Whirlpool liegen bei 35°C Wassertemperatur und dazu leichter Nieselregen, herrlich. Abwechslung gabs mittels kurzen Saunagängen und Abstechern in das große Becken. Auf dem Rückweg waren wir wohl schon so im Schlaf, dass der kleine Abstecher mit dem Van in ein verdammt tiefes Erdloch die Laune kaum verdeben konnte.

Nach langem suchen gings dann nachts doch mal zur Abwechslung auf einen Campingplatz. Die hatten zwar eigentlich schon zu, aber ne kurze Notiz sorgte dafür, dass es am nächsten Morgen nicht hieß: "Get the hell out of here... !!!".

So, Teil III folgt...

Monday, September 15, 2008

Mid-Semester Break Teil I

Die letzten beiden Wochen hat die Uni ihre Tore geschlossen und so ziemlich alle, die ich kenne, sind irgendwohin auf Reisen gegangen. Gleiches haben auch wir, mein Schwarzwaldkollege und ich mitsamt unserem Prachtexemplar von "Van", getan. Nach einigen Problemen mit der Werkstatt konnten wir uns jedoch erst einen Tag später auf den Weg in Richtung Northland machen. Alles, was nördlich von Auckland gelegen ist, gehört zum Northland. Um euch mal kurz die Dimensionen klarzumachen... von der Nordspitze bis Auckland sind es knapp 300 km, also schon ne ganze Menge für knapp 2 1/2 Tage Ausflug, aber da kennen wir nix...

Los gings also in Auckland am Dienstagabend. Über die Harbour-Bridge gings in gemütlichem Tempo gen Norden. Der 1 (Nationalstraße und so ziemlich das Einzigste, was man hier als Autobahn bezeichnen kann) folgend, landeten wir spät nachts auf an der Ostküste in der Touristengegend um die "Bay of Islands". Einfach mal auf einen Parkplatz gestellt, etwas geschützt vor den Blicken der Vorbeifahrenden, und man wacht morgens mit einem herrlichen Blick aufs Meer auf.

Erstes Ausflugsziel: Waitangi, ein historisch bedeutender Ort für Neuseeland. Hier wurde der Vertrag zur Gründung Neuseelands von den zahlreichen Maori-Stammesführern und den Briten, allen voran James Busby am 6. Februar 1840 unterzeichnet. Zu Ehren dieses Ergeinisses wurde eine Gedenkstätte samt Museum, einem Maori Versammlungshaus und dem sogenannten Treatyhaus eingerichtet. Schon ein interessanter Ort, der viele Geschichten zu erzählen hat (mehr)

Nach der Geschichtsstunde musste aber auch ein wenig Sport getrieben werden. Den nahegelegenen Track durch die wunderbaren Mangrovenwälder bis hin zu den Haruru-Waterfalls war schon den Aufwand wert. Was macht man aber, wenn man keinen Rundweg und nur ein Fahrzeug hat ? Richtig, man startet von beiden Seiten und holt sich anschließend gegenseitig ab. Die Idee war so gut wie einfach und ermöglichte uns beiden einen schönen Spaziergang :-)


Dann gings weiter ab gen Norden und zwar zu "Doubtless Bay", seinen Namen der Tatsache verdankend, dass ein gewisser Mr. Cook das Ganze die Existenz dieser Bucht anzweifelte, als er Neuseeland entdeckte bzw. erkundete. Apropos, es soll hier der erste Entdecker Neuseelands, ein Mensch namens Kupe, angelegt haben. Anyway, das Wetter zeigte sich wieder einmal von seiner schlechteren Seite, viel Regen und Wind, selten Sonne. Die kam aber immer genau dann raus, wenn wir uns aus dem Van bewegten. Tja, man muss halt gesegnet sein...

Nach einem Zwischenstop zum Auftanken, Einkaufen und Essen in Kaitaia gings dann ab zur Spitze, leider schon im Dunkeln. Die letzten 20 Kilometer sind auch nicht geteert, sondern nur Schotterstraße, ziemlich unheimlich fernab jeglicher Zivilisation. Ein Ranger, auf seinem Laster einen völlig ramponierten Kleinwagen transportierend, kam uns plötzlich entgegen und gab uns den perfekten Tipp irgendwo links abzubiegen und dort zu pennen. Am nächsten Morgen bot sich dann der Wahnsinnsblick auf teilweise hochhausgroße Sanddünen auf der einen Seite, von uns getrennt durch einen "Stream" und auf der anderen Seite Moor und der Dschungel. Der Hammer !!! Achja, nachts begegnete uns noch eine Kuh, die nach kurzen Verhandlungen sich von der "Straße" bewegte, ein Opossom, ein Kiwi, Schafe...joa, so ziemlich alle Tier, die es hier auf Neuseeland gibt.


Morgens um 7 Uhr hoch und ab auf die Sanddünen. Ein riesiger Sandkasten für Kinder und Junggebliebende, das Sandboard fehlte leider. Die Welt ist übrigens ein Dorg. Kurz nachdem wir los sind, kam ein weitere Wagen, ein Kerl stieg aus, folgte uns und stellte sich als Christoph aus Bremen vor. Haha !!! Ich fass es nicht :-)
Nach dem Sandspaß gings dann ab zur nordöstlichen Spitze, dem Cape Reinga oder manchmal auch Caipirinha ausgesprochen...

Beeindruckende Ausblicke auf die Klippen, zudem ein wunderbarer Regenbogen, begründet durch den Regen auf der einen und dem Sonnenschein auf der anderen Seite. Der Leuchtturm war auch nur ein kurzes Stück entfernt, von dort lässt sich das Zusammentreffen des pazifischen Ozeans und des tasmanischen Meeres beobachten. Kleine Nebenbemerkung: neben uns Touristen waren ca. 50 Straßenarbeiter am werkeln, um dem ganzen Gebiet in Zukunft wohl etwas mehr Komfort zu geben und attraktiver für Besucher zu machen.


Bevor es wieder Richtung süden gehen sollte, eine kleine Pause am Beach unten. Tolles Meer, ein kleines Fußbad und wunderbares Wetter zur Abwechslung. Es hätte fast perfekt sein können, fast... aber die dämlichen und bissigen Sandflies...was für Vicher. Ca. 50 Stiche pro Nase an den Füßen, wobei die eigentlich nicht stechen sondern beißen. Ganz übel und juckt tierisch....

Aufm Rückweg ging es dann über den 90-Mile-Beach (tatsächlich nur rund 90 Kilometer lang) und das sogar ohne 4WD (Four-Wheel-Drive). Knapp 100 Sachen und ne 10 Minuten später war das Erlebnis aber auch schon wieder vorbei. Eine Robbe konnte gerade noch reißaus nehmen.


Über die Berge wollten wir dann noch bei den Kaori Bäumen, die mit einigen Metern Durchmesser zu den Dicksten der Welt gehören und mit bis zu 2000 Jahren sprichwörtlich ein biblische Alter erreicht haben. Die Dunkelheit (hier ist ja leider immernoch Winter) verdankend gabs nur einen kurzen Nachtwalk durch den Dschungel. Zuvor konnten wir aber noch den wunderschönen Sonnenuntergang auf einer Fähre genießen, wirklich traumhaft.

Fast ohne Sprit erreichten wir Dargaville Da gabs dann noch ein Subway-Sandwich-Abendbrot. So gegen Mitternacht dann wieder back in Auckland, tolle erste Woche gehabt in Nortland. Bald dann mehr von der zweiten Hälfte...

stay tuned and cheers :-)

Tuesday, August 26, 2008

Sonne, Ozonloch, Wärme....

Die dunklen Zeiten sind vorüber, die Nacht legt sich, die Wolken ziehen landauswärts, der Regen lässt ab von den schönen grünen Wäldern und Bergen. Es beginnt die Zeit der Sonne, der Wärme, ein Tag voller Helligkeit und Fröhlichkeit, guter Laune und Lust am Leben. Autsch, da brennt die Haut auch schon !!! Ja, ein großes Dankeschön an all die Industrienationen der Welt, die nun seit über einem Jahrhundert, glaubt man Klimaforschern und weiteren Gelehrten, dem Staate Neuseeland dieses kleine, aber fiese Problem bereiten. Naja, auch das Paradies muss ja irgendwo ne Falltür nach unten haben.

Genug philosophiert, wie siehts hier aus ?

Heute gibts erstmal keine Bilder, dafür kurze Geschichten aus dem Leben eines Deutschen in englischsprachigen Gefilden.

Was fällt euch dazu ein ? Genau, die fahren hier doch auf der linken Straßenseite. Jaha, und ich tue das nun auch. Ok, zugegeben, zunächst habe ich es wirklich nur "versucht". Lebensgefährlich wars aber nicht, allein schon deswegen, weil es mitten in der Nacht war und keine Sau auf den Straßen. Aber ist wirklich schon schwierig, immer so halb rechts zu fahren und naja, halt auch zu sitzen. Mein Beifahrer und Gäste auf der Hinterbank mussten auch mehrmal in ihren jeweiligen Landessprachen um Hilfe schreien, vielleicht sogar beten ?! Egal, ich sag euch, 15 Minuten und eine Rückfahrt später gings dann auch schon ganz gut. Vorfahrtregeln achten, die seltsamen Straßenführungen verstehen, mit links schlalten, Scheibenwischer links runter, Blinker rechts, immer in Lenkraddrehrichtung den Blinker betätigen und dann auch keine Servo und das bei einem 1500 kg Van, alles mal nicht so einfach. Die Fahrstunde aber bestanden, wenn auch nur knapp.

Wieso ich gefahren bin ? Wir haben uns nachts hier mal mit ner internationalen Gruppe die Fussball Bundesliga angeguckt. Naja, vielleicht lag es daran, dass der Spieltag langweilig war, wenige Tore und dazu ne schlechte bis katastrophale Verbindung, aber irgendwie kam keine Stimmung auf und nachts macht man doch lieber andere Sachen.

Fragen ans Puplikum ? Was heißt auf Englisch "Spieltag" und "Eigentor". Antworten bitte posten und zwar ohen bei Leo oder so nachgeschaut zu haben. Wir hatten da ne interessante Diskussion !!!

Ansonsten war die Woche sehr unspektakulär, musste Freitag zwei Assignments abgeben plus einen Test, das war die fleißigste Studienwoche meines Lebens, denke ich. Jeden Abend bis 23:30 Uhr im Computer-Lab mit traumhafter Aussicht in einem riesiegen und kalten Bürogebäude zu sitzen, das macht man nicht alle Tage. Anspruch ist hier ganz ok, aber der Arbeitsaufwand ist wirklich sehr hoch. Im Semester hat man ne Menge zu tun und es wird immer mehr, finde ich. Naja, was solls ?!?! Die Quintessenz (Gruß an Joe) ist halt, dass man intensiver leben muss und das versuche ich auch.

Fürs Mid-Semester ist eine Tour über die Nordinsel geplant, inklusive Bergbesteigung (2700 Meter), nem Sky-Dive und weiteren, exklusiven Betätigungsfeldern.

Letzte Woche war hier nix los ? Schaut euch DAS mal an... nackte Frauen auf Bikes in der Innenstadt, aber keiner von uns war live dabei. Tja, so pralle wars wohl auch nicht, auch wenn selbst in Deutschland drüber berichtet wird.

So, gute Nacht und grüße in die ganze Welt da draußen...

Saturday, August 16, 2008

Rugby-Game All Blacks vs Wallabies 39:10 !!!

Einige werden sich sicherlich schon gefragt haben, wo denn die Bilder und der Bericht über das glorreiche Rugbyspiel hier in Auckland geblieben ist. Nun ja, hier kommt er...


Neuseelands Hauptsportart ist, zumindest bei den über 18-jährigen, Rugby. Ein Sport, der uns Deutschen so fremd ist, wie dem Neuseeländer das Schwarzbrot. Geht es dann auch noch innerhalb des Tri-Nations-Cup gegen den "kleinen" Erzrivalen Australien, ist hier im 300 Meter Luftlinie entfernten Eden Park quasi der Bär los. Solche Spiele haben hier eine ganz besondere Tradition und die Rivalität wird gepflegt. Dazu kommt noch, dass der Trainer der Australier ein Neuseeländer und gleichzeitige Rugby-Ikone ist. Das Hinspiel in Sydney ging eine Woche vorher auch klar an die Australier. Die Vorzeichen für eine Revanche und gute Stimmung standen also hervorragend.

Ein Aufwärmprogramm mit 5 Bier plus ein halbes, naja, drittel BBQ gabs zunächst in der Globe Bar. Die Kriegsbemahlung führten ein Kumpel, der Farbe mitgebracht hatte, und ich zusammen durch. Immer einen weißen und einen schwarzen Strich, die Farben der All-Blacks. So wurden bis zur Abfahrt des Buses in Richtung Eden Park quasi 30 Leute "maskiert".

Ok, was man zum Rugby sagen muss, es läuft hier alles etwas gesitteter ab. Wie bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft, pilgern auch hier hauptsächlich Familien und weiter "Sympathisanten" ins Stadion. Die Hardcore-Fans sind eher selten zu finden. Überhaupt kommt im Stadion während des Spiels im Vergleich zu Fussballstadien eher wenig Stimmung auf. Dafür wird deutlich öfter gescored und ein Run von mehreren Yards schonmal frenetisch bejubelt.



Das mit gut 40.000 Leuten ausverkaufte Stadion vernahm zunächst die beiden Nationalhymnen, bevor der Gastgeber mit seinem berüchtigten "Haka" (Maori-Kriegstanz) dem Gegner das Fürchten lehren sollte. Ein kleines Video gibt die Stimmung wieder und einige werden den Menschen rechts von mir vielleicht erkennen ;-).




Dann gings auch schon los und ein Fieldgoal der Australier brachte die 3:0 Führung. Ich glaube, im Laufe des Spiels war das fast das einige Mal, dass die Australier gefährlich nach vorne kamen. Danach dominierte die All-Blacks und rammten den Gegner mit 39:10 wieder auf die große Insel zurück. Eine wahre Klatsche muss man sagen, da war die Stimmung am Ende natürlich prächtig.












Fazit: Rugby ist nett, aber Fussball ist einfach noch viel besser. Nur schade, dass wir hier nicht die Bundesliga verfolgen können. Wäre umso spannender, da hier Fans von 10 verschiedenen Clubs am Start sind.

Friday, August 15, 2008

Gruß an alle...

Einen Monat in Neuseeland, Zeit, um mal nach Hause zu grüßen und alle, die mitlesen. Das Bild zeigt uns in Hell's Gate by the way.

Tamaki Maori Village and Hell's Gate

Dem tollen Ausflug am Samstagnachmittag folgend, gings abends ins nahegelegene Tamaki Maori Village. Ok, vorweg schonmal ein kleines Eingeständnis: der ganze Abend war schon verdammt touristisch und durchorganisiert aufgezogen, aber was solls, ein Erlebnis war es trotzdem...

Los gings im Bus mit "Unkel Bob", unserem Busfahrer. Die Amerikaner erzählten mir während der Fahrt, dass in der USA quasi jeder einen Onkel Bob hat. Hmm..... was soll das wohl bedeuten ?! Na, egal...

Angekommen im Tamaki Village gelangten wir an einem riesiegen Maori-Kanu vorbei in ein großes Festzelt, um kurze Zeit später von unserem Gastgeber, einem Maori, gleichzeitig Touristen-Guide, begrüßt zu werden. Nach altem Brauch wurde aus dem größtenteils spanischem, japanischem und amerikanischem Gästen ein "Chief" gewählt. Passenderweise ein Inder mit kaum oder nur begrenzten Englischkenntnissen, was sich als Spaß für alle herausstellen sollte.

Nach dem ganzen Begrüßungskram gings dann weiter zum "Herd" bzw. zum Hangi-Essen. In einer mindestens 4 qm großen Schale kochte und bruzelte dann auch unser Essen dahin, schon nicht schlecht. Weiter gings durch die Dunkelheit und bei quasi Temperaturen um den Gefrierpunkt hinuter zum Fluss. Staunend und gespannt wartend, begrüßten uns nach ein paar Minuten auch eine handvoll Maori-Krieger, die sich durch das kalte Wasser in einem Kanu paddelnd und brüllend ihren Weg an uns vorbei bahnten. Beindruckend war aber der Häuptling, der danach einfach mal zwei Minuten im eiskalten Wasser nach etwas suchte und das quasi nur mit Lendenschutz. Anschließend gabs ein kleines "Theaterstück", in dem der Häuptling uns zusammen mit seinem Stamm Teilzeit-Maorikriegern und -kriegerinnen die Traditionen, Werkezuge, Waffen, Bräuche und Riten, Lieder und zum Schluß den berüchtigten Haka präsentierten.





Dann gings endlich ans Essen und damit zum gemütlichen Teil. Da wurde schließlich auch richtig reingehauen. Neben den typischen Süßkartoffeln gab es auch auch Kartoffelgratin mit "lamb", "beef" und "chicken". Dazu fette BBQ-Saucen und Gemüse etc. Herrlich, aber nicht typisch Hangi oder ?!

Abschließend dann ein Besuch im Tierpark... und das bei Dunkelheit. Da sieht man die Kiwis natürlich nur schlecht, gerade wenn man auch keinen Blitz benutzen darf. Fische gabs dafür reichlich und einen Papagei, der die Intelligenz eines fünfjährigen Menschen haben soll. Das Ganze äußerte sich dann in üblem Geschrei, als wir den Käfig verließen. Dieser Vogel soll seine beiden männlichen Gefährten getötet haben, also Vorsicht.... der wollte sicherlich nicht nur spielen !!!

Ab nach Hause und pennen im VAN, was bis auf das gefrorene Gesicht super ging. Überhaupt hat sich unser Gefährt durchaus bewährt und wird wieder zum Einsatz kommen, bestimmt schon bald.

Am nächsten Tag gings Richtung Hell's Gate, in Begleitung mit drei Amerikanern, der Rest war nach dem Sky-Diving Samstag in südlichere Gefilde aufgebrochen, um sich einen künstlichen "Geyser" anzuschauen.

Hell's Gate erwies sich als echtes Erlebnis. Die "hot-water pools", die durch den unter der Erde verlaufenen Magmastrom mit Hitze gespeist werden, ergaben in der Kälte wirklich ein tolles Bild. Viel Nebel, ein starker Schwefelgeruch und Vulkangestein plus den größten Warmwasser-Wasserfall in der südlichen Hemisphäre (jaha !!!) waren schon seine 2 1/2 Studen wert. Die Entdecker gaben den verschiedenen "pools" lustige Namen, u. a. "Baby Adam", "Australia" (aufgrund der Form) oder auch "Boiling Pot". Zum Abschluss noch ein Fussbad im Wasser bei ca. 35°C, echt schön, und etwas Schnitzerei rundeten den Ausflug zum östlichen Teil des Lake Rotorua ab.


Eine kleine Wanderung im Anschluss durch den Hamurana-Park (nördlich von Rotorua) mit einer Quelle (die knapp 1.000.000 Liter pro Stunde fördert, was meiner Meinung nach verdammt viel ist), riesigen Redwoods, einer Menge schnatternden Geflügel und einem kleinen "Unfall" meinerseits beendeten einen wunderbaren Wochenendausflug in Rotorua und Umgebung. Dann gings zurück und ab in den Studentenalltag => Arbeit !!!

Tuesday, August 12, 2008

Wine-Testing and Rotorua Teil I

Neues aus dem weitentfernten Neuseeland...

Letzten Donnerstag war an der Uni ein sogenanntes Wine-Testing angesagt... jaha, Neuseeland hat ganz besondere und vor allem sehr viele verschiedene Weine und Anbaugebiete. Wir internationalen Studenten durften uns da mal an drei Weis- und drei Rotweinen probieren und mussten zusätzlich pro Wein vier Fragen beantworten. Nun ja, der sechste Wein führte bei vielen schon zu leicht beschwipsten Verhalten. Ahnung hatten die wenigsten, Spaß aber die meisten Anwesenden mit den teilweise wirklich köstlichen Tropfen. Ich werde mir sicherlich noch das ein oder andere Gebiet angucken und dann mal mitteilen, ob es sich auch nur wegen dem Wein lohnt hierher zu fliegen ;-)

Seit Donnerstag besitze ich zusammen mit meinem Kollegen aus dem Schwarzwald einen Mitsubishi Delica, Baujahr 1988. Ein wahres Prachtgefährt, dass wir einem französischen Filmemacher und Tausendsassa abgeknüpft haben. Dieses Schlachtross soll uns in den nächsten Monaten in die verschiedensten Ecken der zwei Inseln tragen und unser neuer, treuer Begleiter werden. Die Ausstattung ist großzügig, das Ding macht zwar gut Krach, muss auch immer gepflegt und gehegt werden, aber hat sich am Wochenende durchaus schon bezahlt gemacht.


Da gings nämlich in den Süden und zwar nach Rotorua, knapp 3 Fahrstunden von Auckland entfernt. Die wunderbare Landschaft und tollen Wälder Neuseelands das erste Mal zu sehen und genießen zu dürfen, ist wirklich ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Die von Vulkanen geprägte Landschaft ist so eindrucksvoll wie auch vielfältig und abwechslungsreich.Grüne, grasbewachsene Hügel wechseln sich mit riesigen Wäldern und Flüssen sowie wunderschönen Seen ab.

Wir kamen Freitagabend mit einer großen Gruppe von Amerikanern an und schauten abends noch die Eröffnungsfeier der olympischen Spiele an. Leider kamen das deutsche und amerikanische Team, auf das wir alle warteten leider nicht vor 2:30 Uhr nachts. Unmenschlich, wie lange solche Zeremonien dauern können.













Am Samstag begaben wir beiden Deutschen uns dann auf einen Track in die Redwoods, südlich von Rotorua gelegen. Die gut 11,5 Km führten uns durch eine traumhafte Gegend, voller unterschiedlicher Fauna und mit steilen Anstiegen durch teilweise dschungelartige Gebiete. Insbesondere die riesiegn Redwoods Habe mal ein paar Bilder hochgeladen, damit man einen Eindruck bekommt.


Das ganze Wochenende herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt, trotzdem war es sehr angenehm dort zu wandern. Durch den vielen Schwefeldampf, der rund um Rotorua und am See austritt, herrscht dort ein starker, beißender Geruch nach faulen Eiern, etwas gewöhnungsbedürftig, aber in seiner Art auch etwas Besonderes.

Später ging es dann noch weiter zu den Seen, die ein Stück südlich des Wandergebietes liegen. Neben einer tollen Aussicht und einer Geschichte über ein zerstörtes Maori-Dorf, das vor gut 100 Jahren einem Vulkanausbruch zum Opfer fiel, ist die Tatsache zu erwähnen, dass man selbst an den entlegensten Orten noch Deutsche trifft.

Wie es weiterging, gibts dann morgen ;-)...